Letzte Schriften über die Philosophie der Psychologie – II MS 173
1950, 117 remarks, Ms-173
§Ms-173
31v[2] &32r[1]
“Wenn sich Einer wirklich freut, so weiß man's.” Aber man kann darum den echten Ausdruck doch nicht beschreiben. – Es ist aber natürlich auch nicht immer wahr, daß man den echten Ausdruck erkennt, oder weiß, ob der Ausdruck echt ist. Ja, es gibt Fälle, wo man weder gern von echt, noch von unecht spricht. Es lächelt jemand & seine weiteren Reaktionen stimmen weder zur echten, noch auch, zur verstellten Freude. Wir würden vielleicht sagen “Ich kenne mich in ihm nicht aus.” Es ist weder das Bild (Muster) der echten Freude, noch das der verstellten. Könnte er nicht zum normalen fühlenden Menschen sich verhalten wie der Farbenblinde zum Normalsehenden?
§Ms-173
32r[2]Ich könnte auf Grund meiner Kenntnis seines Charakters verläßlich aussagen, er werde in dieser Situation so & so reagieren, & es wäre auch möglich, daß Andre sich auf mein Urteil verlassen können, ohne doch von mir verlangen zu können, daß ich mein Urteil durch eine verifizierbare Beschreibung begründe.
§Ms-173
32r[3] &32v[1]
Ein Maler hätte den Ausdruck holder Freude dargestellt – & ich sehe das Bild & sage “Vielleicht verstellt sie sich”.
§Ms-173
32v[2]Es ist zum mindesten vorstellbar, daß in einem Land das Gericht sich auf die Aussage eines Menschen in Bezug auf seine Möglichkeiten verläßt, wenn der Zeuge ihn eine gewisse Zeit lang gekannt hat. So fragt man auch heute etwa einen Psychiater ob der & der des Selbstmords fähig ist. Dabei wird vorausgesetzt, daß Erfahrung eine solche Aussage im allgemeinen nicht widerlegt.
§Ms-173
32v[3] &33r[1]
Ich versuche die Gesetze oder Regeln der Evidenz für Erlebnissätze zu beschreiben: Charakterisiert man so wirklich, was mit dem Seelischen gemeint ist?
§Ms-173
33r[2] &33v[1]
Das Kennzeichnende des Seelischen scheint zu sein, daß man es im Andern nach Äußerem erraten muß & nur von sich her kennt. Aber wenn durch genaueres Überlegen diese Ansicht in Rauch aufgeht, so wird damit zwar nicht das Innere das Äußere, aber “äußeres” & “inneres” gelten nun nicht mehr als Eigenschaften der Evidenz. “Innere Evidenz” heißt nichts, & darum auch “äußere Evidenz”.
§Ms-173
33v[2]Wohl aber gibt es ‘Evidenz für Inneres’ & ‘Evidenz für Äußeres’.
§Ms-173
33v[3]“Ich nehme doch nur immer sein Äußeres wahr.” Wenn das Sinn hat, muß es einen Begriff bestimmen. Aber warum soll ich nicht sagen, ich nehme seine Zweifel wahr? (Er kann sie nicht wahrnehmen.)
§Ms-173
33v[4]Ja, ich kann oft sein Inneres beschreiben, wie ich's wahrnehme, aber nicht sein Äußeres.
§Ms-173
33v[5] &34r[1]
Die Verbindung von Innen & Außen gehört zu diesen Begriffen. Wir machen diese Verbindung nicht, um das Innere wegzuzaubern. Es gibt innere Begriffe & äußere Begriffe.
§Ms-173
34r[2]Was ich sagen will, ist doch, daß das Innere sich vom Äußern durch seine Logik unterscheidet. Und daß allerdings die Logik den Ausdruck “das Innere” erklärt, ihn begreiflich macht.
§Ms-173
34r[3] &34v[1]
Wir brauchen den Begriff “seelisch” (etc.) nicht, um zu rechtfertigen, daß gewisse unsrer Schlüsse unbestimmt sind, etc. Sondern diese Unbestimmtheit, etc., erklärt uns den Gebrauch des Wortes “seelisch”.
§Ms-173
34v[2]“Natürlich sehe ich, eigentlich, nur das Äußere.” Aber rede ich nicht wirklich nur von Äußerem? Ich sage z.B., unter welchen Umständen Menschen dieses oder jenes sagen. Und ich meine doch immer äußere Umstände. Es ist also, als ob ich das Innere durchs Äußere erklären (quasi definieren) wollte. Und doch ist es nicht so.
§Ms-173
34v[3]Liegt es daran, daß das Sprachspiel etwas Äußeres ist?
§Ms-173
34v[4]Keine Evidenz lehrt uns die psychologische Äußerung.
§Ms-173
35r[1]“seelisch” ist für mich kein metaphysisches, sondern ein logisches Epitheton.
§Ms-173
36r[2]“Ich sehe das Äußere & stelle mir dazu ein Inneres vor.”
§Ms-173
36r[3]Wenn Miene, Gebärde & Umstände eindeutig sind, dann scheint das Innere das Äußere zu sein; erst wenn wir das Äußere nicht lesen können, scheint ein Inneres hinter ihm versteckt.
§Ms-173
36r[4] &36v[1]
Es gibt innere & äußere Begriffe, innere & äußere Betrachtungsweisen des Menschen. Ja es gibt auch innere & äußere Tatsachen – sowie es z.B. physikalische & mathematische Tatsachen gibt. Sie stehen aber nicht nebeneinander wie Pflanzen verschiedener Art. Denn was ich gesagt habe, klingt als hätte man gesagt: In der Natur kommen alle diese Tatsachen vor. Und was ist nun daran falsch?
§Ms-173
36v[2]Inneres ist mit Äußerem nicht nur erfahrungsmäßig verbunden, sondern auch logisch.
§Ms-173
36v[3]Inneres ist mit Äußerem logisch verbunden, nicht bloß erfahrungsmäßig.
§Ms-173
36v[4] &37r[1]
“Wenn ich die Gesetze der Evidenz für das Seelische untersuche, so das Wesen des Seelischen.” Ist das wahr?
§Ms-173
37r[2]Ja. Das Wesen ist nicht etwas, was aufgezeigt werden kann, es kann nur in seinen Zügen beschrieben werden.
§Ms-173
37r[3] &37v[1]
Aber spricht dagegen nicht ein Vorurteil? Wir können freilich die Eigenschaften des Tintenfasses nach & nach aufzählen, aber sein Wesen, muß es nicht ein für allemal feststehen, ist es uns nicht eben mit diesem Gegenstand den wir vor uns haben, gegeben? Was wir da vor uns haben, ist doch nicht der ‘Gebrauch eines Wortes’! Freilich nicht; aber der Begriff ‘Tintenfaß’, der doch hier notwendig ist, steht nicht greifbar vor uns, noch trägt, was vor uns steht, diesen Begriff in sich. Und um ihn darzustellen genügt es nicht Einem ein Tintenfaß in die Hand zu geben. Und das nicht, weil der Mensch zu begriffsstützig ist, den Begriff aus dem Gegenstand heraus zu lesen.
§Ms-173
37v[2] &38r[1]
Ich kann Einem einen Gegenstand zeigen, weil seine Farbe auffallend ist & ich sie dem Andern vorführen will, aber das setzt schon ein gewisses Spiel zwischen uns voraus.
§Ms-173
38r[2]Ja, er mag beim Anblick des Gegenstands staunen, daß er aber ‘über die Farbe staunt’, daß die Farbe der Grund des Staunens, & nicht etwa bloß die Ursache seines Erlebnisses ist, dazu braucht er den Begriff der Farbe, nicht nur das Sehen.
§Ms-173
38r[3]Jemand sagt auf sein Ehrenwort aus, daß der Andre das & das geglaubt habe. – Da kann man ihn fragen “Woher weißt Du das”, & er antworten “Er hat mich dessen im höchsten Ernst versichert, & ich kenne ihn genau.”
§Ms-173
38v[1]Wenn ich sage “Ich kenne mich in ihm nicht aus”, so hat das sehr wenig Ähnlichkeit mit dem Fall: “Ich kenne mich in diesem Mechanismus nicht aus”. Ich glaube, es heißt ungefähr: Ich kann sein Benehmen nicht mit der Sicherheit vorhersagen, wie das von Leuten, ‘in denen ich mich auskenne’.
§Ms-173
38v[2] &39r[1]
Es muß die Frage der Evidenz für Erlebtes mit der Sicherheit oder Unsicherheit einer Voraussicht des Benehmens des Andern zusammenhängen. Aber ganz so ist es nicht, denn man sagt ja nur selten die Reaktion des Andern voraus. Ich meine die nicht-Vorhersehbarkeit muß eine wesentliche Eigenschaft des Seelischen sein. So wie auch die unendliche Vielfältigkeit des Ausdrucks.
§Ms-173
39r[2]Was z.B. spricht dafür, was dagegen, daß der Hund ein Seelenleben hat? Es ist doch wohl nicht seine Gestalt, Farbe, oder seine Anatomie. Also ist es sein Benehmen.
§Ms-173
39r[3] &39v[1]
Die, welche sagen, der Hund habe keine Seele, stützen sich auf das, was er tun kann, & nicht tun kann. Denn wenn Einer sagte, ein Hund könne nicht hoffen, – woraus entnimmt er das? Und wer sagt, der Hund habe eine Seele, kann das nur auf das Benehmen stützen, das er am Hund beobachtet. “Schau Dir nur das Gesicht & die Bewegungen des Hundes an, & Du siehst, daß er eine Seele hat.” Aber was ist es am Gesicht? Ist es nur die Ähnlichkeit mit dem Mienenspiel des menschlichen? Ist es, wenigstens unter anderem, der Mangel an Steifheit?
§Ms-173
39v[2]Die wichtigen feinen Abschattungen des Benehmens, sind nicht vorhersagbar.
§Ms-173
39v[3] &40r[1]
Aber heißt das: Wenn sie vorhersehbar wären, so würden wir beim Menschen nicht von einem Innern im Gegensatz zu Äußerem reden? – Aber stellen wir uns so eine Vorhersagbarkeit auch klar vor? Impliziert sie z.B., daß wir ihn nicht um eine Entscheidung fragen würden?
§Ms-173
40r[2]Denk Dir, wir begegneten einem Menschen, der keine Seele hätte. Warum soll so etwas nicht als Abnormität vorkommen können? Es wäre also ein menschlicher Leib zur Welt gekommen mit gewissen Lebensfunktionen, aber ohne eine Seele. Nun, wie sähe das aus?
§Ms-173
40r[3] &40v[1]
Das Einzige was ich mir da vorstellen kann, ist, daß dieser Menschenleib automatenhaft handelt & nicht wie die gewöhnlichen Menschenleiber.
§Ms-173
40v[2]Wenn es heißt “Der Mensch besteht aus einem Leib & einer Seele”, so wäre dem durch so eine Erscheinung nicht widersprochen. Denn dies wäre eben kein (eigentlicher) Mensch, sondern etwas anderes, & allerdings sehr seltenes. Wie aber kann man wissen, daß es nie vorkommt? Nur, – wie sähe dieses Phänomen eigentlich aus?
§Ms-173
40v[3]Oder soll es nun doch gar kein Phänomen sein? Soll die Seelenhaftigkeit gar nicht erkennbar sein?
§Ms-173
41r[1]Kann es Herzlosigkeit geben, die keinen Ausdruck besitzt? Wäre das, was wir “Herzlosigkeit” nennen?
§Ms-173
41r[2]Man könnte es auch so sagen: Wie müßte ein menschlicher Leib handeln, daß man nicht geneigt wäre, von inneren & äußeren Zuständen des Menschen zu reden? Immer wieder denke ich da: “maschinenhaft”.
§Ms-173
41r[3]Das feinst gegliederte Benehmen des Menschen ist vielleicht die Sprache mit dem Ton & dem Mienenspiel.
§Ms-173
41r[4] &41v[1]
Dürfte der Seelenlose Zeichen des Schmerzes geben? Wenn er nur schriee & sich wände so könnte man das noch als automatische Reaktion betrachten, wenn er aber das Gesicht schmerzhaft verzöge & leidend aussähe, so hätten wir schon das Gefühl, wir sähen in ihn hinein. Wenn er aber nun immer genau das gleiche leidende Gesicht machte?
§Ms-173
41v[2]Es ist, als würde er durch einen menschlichen Ausdruck für uns durchsichtig.
§Ms-173
41v[3] &42r[1]
Wer eine Seele hat, muß des Schmerzes, der Freude, des Kummers etc., etc. fähig sein. Und soll er dazu auch fähig sein zu erinnern, Entschlüsse zu fassen, sich etwas vorzunehmen, so braucht er den sprachlichen Ausdruck.
§Ms-173
42r[2]Es ist nicht so, als hätte ich in mir direkte Evidenz; er für mein Seelisches aber nur indirekte. Sondern er hat dafür Evidenz, ich (aber) nicht.
§Ms-173
42r[3]Sagt man nun aber, diese Evidenz mache das Seelische nur wahrscheinlich, so ist das vieldeutig & kann Wahres & Falsches bedeuten. Ist es aber wahr, so nicht, weil die Evidenz erfahrungsmäßig mit dem Seelischen zusammenhängt (wie ein Symptom mit einer Krankheit).
§Ms-173
42v[1]Warum soll man nicht sagen: “Die Evidenz des Seelischen im Andern ist das Äußere”? Nur gibt es nicht äußere & innere Evidenz für das Innere.
§Ms-173
42v[2]Und die Evidenz, soweit sie unsicher ist, ist sie es nicht, weil sie nur äußere Evidenz ist.
§Ms-173
42v[3] &43r[1]
Daß der Schauspieler den Kummer darstellen kann, zeigt die Unsicherheit der Evidenz, aber daß er den Kummer darstellen kann, auch die Realität der Evidenz.
§Ms-173
43r[2]Nicht das Verhältnis von Innerem zu Äußerem erklärt die Unsicherheit der Evidenz, sondern umgekehrt wird dies Verhältnis nur als Bild für jene Unsicherheit gebraucht.
§Ms-173
43r[3]Man kann ja nicht nur Seelisches auf der Bühne darstellen, es wird uns auch eine Wunde vorgetäuscht, oder ein Berg. Es ist also nicht das alleinige Charakteristikum des Seelischen, daß es sich schauspielern läßt.
§Ms-173
43v[2] &44r[1]
Warum sagen wir: “Ich wußte nicht, was hinter dieser Stirne vorging”, obwohl es uns doch ganz gleichgültig sein kann, was hinter der Stirne eines Menschen vorgeht. Unsre Unsicherheit bezieht sich gar nicht auf Vorgänge im Innern; bezieht sie sich auf Seelisches, so hat doch das Seelische seinen Ausdruck im Körperlichen. Einer Unsicherheit das Innere betreffend entspricht also eine Unsicherheit über Äußeres. Wie einer Unsicherheit über das Resultat einer Rechnung eine Unsicherheit über das Zahlzeichen entspricht, das am Ende der Rechnung stehen wird.
§Ms-173
44r[2]Und das heißt nicht, daß sich, allgemein, die Unsicherheit über etwas Seelisches als Unsicherheit über Äußeres ausdrücken läßt. Sowie zwar der Gram wesentlich einen Ausdruck in den Mienen hat, ich aber nicht im Stande sein mag, eine Miene anders zu beschreiben als durch das Wort “gramvoll”.
§Ms-173
44r[3] &44v[1]
Könnte Einer vor Gericht aussagen: “Ich weiß, daß er damals an … gedacht hat”? Nun, so eine Aussage könnte zugelassen sein, oder auch nicht. Vielleicht würde geurteilt werden, daß jemand, der den Angeklagten so viele Jahre kennt, aus seiner Miene etc. entnehmen kann, was er in einem bestimmten Falle denkt. Vielleicht aber würde so eine Aussage in keinem Falle zugelassen, & die Meinung wäre, daß auch keine Äußerung des Angeklagten wiedergegeben werden darf, wenn dies nur zur Beschreibung seiner seelischen Vorgänge geschieht.
§Ms-173
44v[2] &45r[1]
“Ich kenne mich in diesen Leuten nicht aus.” Und wozu wollte ich mich in ihnen auskennen? – Sind es nicht ihre Reaktionen, in denen ich mich nicht auskenne? Die ich z.B. nicht voraussehen kann; die mich immer wieder überraschen? “Er reagiert scheinbar unlogisch.” Und das heißt: inkonsequent.
§Ms-173
45r[2] &45v[1]
Kennt man sich in Manchem nicht aus, so bedeutet das, daß man sich in Andern auskennt. Und das wird manchmal so ausgedrückt, man ‘könne sich vorstellen’, was im Andern vor sich geht. Es klingt also, als ob Wissen, was im Andern vorgeht ein Vorstellen dieses Vorgangs sei. Wenn ich z.B. weiß, daß mich Einer haßt, so fühle ich eine Art Abbild dieses Hasses. Hier ist alles falsch. Man gebraucht zwar die Worte “sich den Haß (etc.) eines Andern vorstellen”, ja es können dabei auch Vorstellungsbilder mitspielen, oder man macht dabei vielleicht ein dem Haßerfüllten ähnliches Gesicht.
§Ms-173
45v[2] &46r[1]
Das Sprachspiel ist von vornherein so angelegt, daß ein Vergleich mit andern Sprachspielen einen zu dem Bild ‘außen-innen’ führen kann. Aber dazu kommt noch die tatsächliche Unsicherheit, die dem Erraten der seelischen Vorgänge des Andern anhaftet. Denn es wäre – wie gesagt – wohl möglich, daß dieses Erkennen viel sicherer wäre, als es ist. Ja daß Verstellung hauptsächlich durch ein Verstecken des Gesichts (z.B.) geschieht. D.h.: Verstellung wäre auch dann möglich, wenn man sein Gesicht nicht verstellen könnte.
§Ms-173
46r[2] &46v[1]
Es ist aber nicht wahr, daß die Unsicherheit im Erkennen seines Ärgers (z.B.) einfach die Unsicherheit über sein zukünftiges Benehmen ist. Es liegt vielmehr im Begriff eine Unsicherheit der Kriterien. Manchmal ist er also, gleichsam, durchsichtig, manchmal nicht. Und es ist irreführend, wenn man sich den eigentlichen Ärger sozusagen als Gesichtsausdruck eines inneren Gesichts denkt, so daß dieser Gesichtsausdruck zwar vollkommen klar definiert ist, & es nur nach dem äußern nicht sicher ist, ob die Seele wirklich diesen Ausdruck hat.
§Ms-173
46v[2]Denn auch wenn er selbst ohne zu lügen sagt, er sei etwas ärgerlich gewesen, so heißt das nicht, daß er damals in sich jenes von uns ‘ärgerlich’ genanntes Gesicht gesehen habe. Wir haben wieder nur eine Wortreaktion von ihm, & es ist noch gar nicht klar, wie viel die bedeutet. Das Bild ist klar, aber nicht seine Anwendung.
§Ms-173
46v[3]Denn auch, wenn ich selbst sage “Ich habe mich etwas über ihn geärgert”, – wie weiß ich die Anwendung dieser Worte so genau? Ist sie denn so klar? Nun, sie sind eben eine Äußerung.
§Ms-173
47r[1]Aber weiß ich etwa nicht genau, was ich mit jener Äußerung meine? “Ich weiß doch genau, welchen Zustand in mir ich so nenne.” Das heißt nichts. Ich weiß, wie man das Wort anwendet & manchmal mache ich die Äußerung ohne Zögern & manchmal zögernd & sage etwa, ich hätte mich nicht ‘geradezu geärgert’, oder dergleichen. Aber es ist nicht diese Unbestimmtheit, von der ich sprach. Auch dort, wo ich unbedenklich sage, ich hätte mich geärgert, ist darum nicht ausgemacht wie sicher die Konsequenzen aus diesem Signal sind.
§Ms-173
47r[2] &47v[1]
Als ich sagte es sei eine Unbestimmtheit in der Anwendung, meinte ich nicht, ich wisse nicht recht, wann ich die Äußerung machen solle (wie es etwa wäre, wenn ich nicht gut Deutsch verstünde).
§Ms-173
47v[2]Man darf eben nicht vergessen, welche Verbindungen gemacht werden, wenn wir lernen Ausdrücke wie “Ich ärgere mich” zu gebrauchen.
§Ms-173
47v[3]Und denke nicht an ein Erraten der richtigen Bedeutung durch das Kind, denn, ob es sie richtig erraten hat, muß sich doch wieder in seiner Verwendung der Worte zeigen.
§Ms-173
87r[3] &87v[1]
Wir sagen: “Denken wir uns Menschen, welche dieses Sprachspiel nicht kennen”. Aber damit haben wir noch keine klare Vorstellung vom Leben dieser Menschen, wo es vom unsern abweicht. Wir wissen noch nicht, was wir uns vorzustellen haben; denn das Leben jener Menschen soll ja im übrigen dem unsern entsprechen, & es ist erst zu bestimmen, was wir unter den neuen Umständen ein dem unsern entsprechendes Leben nennen würden. Ist es nicht, als sagte man: Es gibt Menschen, die ohne den König Schach spielen. Es treten sofort Fragen auf: Wer gewinnt nun, wer verliert, u.a. Du mußt weitere Entscheidungen treffen, die Du in jener ersten Bestimmung noch nicht vorhersiehst. Wie Du ja auch die ursprüngliche Technik nicht übersiehst, nur daß sie Dir von Fall zu Fall geläufig ist.
§Ms-173
87v[2] &88r[1]
Zur Verstellung gehört auch, daß man Verstellung beim Andern für möglich halte.
§Ms-173
88r[2]Wenn Menschen sich so benehmen, daß wir Verstellung vermuten möchten, aber diese Menschen zeigen untereinander kein Mißtraun, dann ergeben sie doch nicht das Bild von Menschen, die sich verstellen.
§Ms-173
88r[3]‘Wir müssen uns immer wieder über diese Leute wundern.”
§Ms-173
88r[4] &88v[1]
Wir könnten gewisse Leute auf der Bühne darstellen & ihnen Selbstgespräche (asides) in ihren Mund legen, die sie natürlich im wirklichen Leben nicht aussprachen, die aber doch ihren Gedanken entsprächen. Fremdartige Menschen aber könnten wir so nicht darstellen. Selbst, wenn wir ihre Handlungen voraussehen könnten, könnten wir ihnen keine passenden Selbstgespräche in den Mund legen. Und doch ist auch in dieser Betrachtungsweise etwas Falsches. Denn Einer könnte, während er handelt, wirklich etwas zu sich selbst sagen, & dies könnte einfach ganz konventionell sein.
§Ms-173
88v[2]Daß ich eines Menschen Freund sein kann, beruht darauf, daß er die gleichen, oder ähnliche Möglichkeiten hat wie ich selbst.
§Ms-173
89r[1]Wäre es richtig zu sagen, in unsern Begriffen spiegle sich unser Leben? Sie stehen mitten in ihm.
§Ms-173
89r[2]Unsre Sprache durchdringt unser Leben.
§Ms-173
89r[3] &89v[1]
Von wem würden wir sagen, er habe unsern Begriff des Schmerzes nicht? Ich könnte annehmen, er kenne Schmerzen nicht, aber ich will annehmen er kenne sie; er gibt also Schmerzäußerungen von sich & man könnte ihm die Worte “Ich habe Schmerzen” beibringen. Soll er auch fähig sein sich seiner Schmerzen zu erinnern? – Soll er Schmerzäußerungen der Andern als solche erkennen, und wie zeigt sich das? Soll er Mitleid zeigen? – Soll er gespielten Schmerz als solchen verstehen?
§Ms-173
89v[2]“Ich weiß nicht, wie ärgerlich er war.” “Ich weiß nicht, ob er wirklich ärgerlich war”. – Weiß er's selbst? Nun fragt man ihn, & er sagt: “Ja, ich war's”.
§Ms-173
89v[3] &90r[1]
Was ist denn das: die Unsicherheit darüber, ob der Andre ärgerlich war? Ist es ein Zustand der Seele des Unsichern? Warum soll der uns beschäftigen? Sie liegt in dem Gebrauch der Aussage “Er ist ärgerlich”.
§Ms-173
90r[2]Aber Einer ist unsicher, der Andre kann sicher sein: er ‘kennt den Gesichtsausdruck’ dieses Menschen, wenn er ärgerlich ist. Wie lernt er dieses Anzeichen des Ärgers als solches kennen? Das ist nicht leicht zu sagen.
§Ms-173
90r[3]Aber nicht nur: “Was heißt es, über den Zustand des Andern unsicher sein?” – sondern auch: “Was heißt es ‘Wissen, sicher sein daß jener sich ärgert’?”
§Ms-173
90r[4]Hier könnte man nun fragen, was ich denn eigentlich will, wieweit ich die Grammatik behandeln will.
§Ms-173
90r[5] &90v[1]
Es ist etwas gemeinsam der Sicherheit, daß er mich besuchen wird, & der Sicherheit, daß er sich ärgert. Es ist auch etwas dem Tennisspiel & dem Sprachspiel gemeinsam, aber niemand würde hier sagen: “Ganz einfach: sie spielen beidemal, nur eben etwas andres.” Man sieht in diesem Falle die Unähnlichkeit mit: “Er ißt einmal einen Apfel, ein andermal eine Birne”, während man sie in jenem Fall nicht so leicht sieht.
§Ms-173
90v[2]“Ich weiß, daß er gestern angekommen ist” – “Ich weiß, daß 2 × 2 = 4 ist.” – “Ich weiß, daß er Schmerzen hatte” – “Ich weiß, daß dort ein Tisch steht.”
§Ms-173
91r[1]Ich weiß jedesmal, nur immer etwas anderes? Freilich, – aber die Sprachspiele sind weit verschiedener, als die Sätze, die sagen, was ich weiß.
§Ms-173
91r[2]“Die Welt der physikalischen Gegenstände & die Welt des Bewußtseins.” Was weiß ich von dieser? Was mich meine Sinne lehren? Also, wie das ist, wenn man sieht, hört, fühlt, etc. etc. – Aber lerne ich das wirklich? Oder lerne ich wie das ist, wenn ich jetzt sehe, höre, etc. & glaube, daß es auch früher so war?
§Ms-173
91v[1]Was ist eigentlich die ‘Welt’ des Bewußtseins? Da möchte ich sagen: “Was in meinem Geist vorgeht, jetzt in ihm vorgeht, was ich sehe, höre, ‥‥‥” Könnten wir das nicht vereinfachen & sagen: “Was ich jetzt sehe.” –
§Ms-173
91v[2]Die Frage ist offenbar: Wie ‘vergleichen’ wir physikalische Gegenstände – wie Erlebnisse?
§Ms-173
91v[3]Was ist eigentlich die ‘Welt des Bewußtseins’? – Was in meinem Bewußtsein ist: was ich jetzt sehe, höre, fühle, ‥‥․ – Und was, z.B., sehe ich jetzt? Darauf kann die Antwort nicht sein: “Nun, alles das”, mit einer umfassenden Gebärde.
§Ms-173
93r[2]Ich beobachte diesen Fleck. “Jetzt ist er so” – dabei zeige ich etwa auf ein Bild. Ich mag ständig das gleiche beobachten, & mag dabei gleichbleiben, oder sich verändern. Was ich beobachte & was ich sehe hat nicht die gleiche (Art der) Identität. Denn die Worte “dieser Fleck” z.B. lassen die (Art der) Identität, die ich meine, nicht erkennen.
§Ms-173
93r[3] &93v[1] &
94r[1]
“Die Psychologie beschreibt die Phänomene der Farbenblindheit & auch des normalen Sehens.” Was sind die ‘Phänomene der Farbenblindheit’? Doch die Reaktionen des Farbenblinden, durch die er sich vom Normalen unterscheidet. Doch nicht alle Reaktionen des Farbenblinden, z.B. auch die, durch die er sich vom Blinden unterscheidet. – Kann ich den Blinden lehren, was Sehen ist, oder kann ich den Sehenden es lehren? Das heißt nichts. Was heißt es denn: das Sehen zu beschreiben? Aber ich kann Menschen die Bedeutung der Worte “blind” & “sehend” lehren, & zwar lernt sie der Sehende, wie der Blinde. Weiß denn der Blinde, wie das ist, wenn man sieht? Aber weiß es der Sehende?! Weiß er auch, wie es ist, Bewußtsein zu haben? Aber kann nicht der Psychologe den Unterschied zwischen dem Benehmen des Sehenden & des Blinden beobachten? (Der Meteorologe den Unterschied zwischen Regen & Trockenheit?) Man könnte doch z.B. den Unterschied des Benehmens beobachten von Ratten, denen man die Barthaare genommen hat, & von unverstümmelten. Und das hieße vielleicht die Rolle dieses Tastapparates zu beschreiben. – Das Leben der Blinden ist anders als das Leben der Sehenden.
§Ms-173
94r[2] &94v[1] &
95r[1]
Der Normale kann z.B. erlernen, nach Diktat schreiben. Was ist das? Nun, der Eine spricht, der Andre schreibt was jener spricht. Wenn er also den Laut a sagt, schreibt der Andre das Zeichen “a” etc. – Muß nun nicht, wer diese Erklärung versteht, das Spiel entweder schon gekannt haben, nur vielleicht nicht unter diesem Namen, – oder es durch die Beschreibung gelernt haben? Aber Karl der Große hat gewiß das Prinzip des Schreibens verstanden, & doch nicht schreiben lernen können. So kann also auch der die Beschreibung der Technik verstehen, der sie nicht erlernen kann. Aber es gibt eben zwei Fälle des Nicht-Erlernen-Könnens. Im einen erlangen wir bloß eine Fertigkeit nicht, im andern fehlt uns das Verständnis. Man kann Einem ein Spiel erklären: Er mag diese Erklärung verstehen, aber das Spiel nicht erlernen können, oder unfähig sein eine Erklärung des Spiels zu verstehen. Es ist aber auch das Umgekehrte denkbar.
§Ms-173
95r[2]“Du siehst den Baum, der Blinde sieht ihn nicht.” Das müßte ich einem Sehenden sagen. Und also einem Blinden: “Du siehst den Baum nicht, wir sehen ihn”? Wie wäre das, wenn der Blinde zu sehen glaubte, oder ich glaubte, ich könne nicht sehen?
§Ms-173
95r[3]Ist es ein Phänomen, daß ich den Baum sehe? Es ist eins, daß ich dies richtig als Baum erkenne, daß ich nicht blind bin.
§Ms-173
95r[4] &95v[1]
“Ich sehe einen Baum” als Äußerung des visuellen Eindrucks, ist es die Beschreibung eines Phänomens? Welches Phänomens? wie kann ich Einem dies erklären? Und ist es nicht doch für den Andern ein Phänomen, daß ich diesen Gesichtseindruck habe? Denn es ist etwas, was er beobachtet, aber nicht etwas, was ich beobachte. Die Worte “Ich sehe einen Baum” sind nicht die Beschreibung eines Phänomens. (Ich könnte z.B. nicht sagen – “Ich sehe einen Baum! wie merkwürdig!”, aber wohl: “Ich sehe einen Baum, obwohl keiner da ist. Wie merkwürdig!”)
§Ms-173
95v[2]Oder soll ich sagen: “Der Eindruck ist kein Phänomen; daß L.W. diesen Eindruck hat, ist eins”?
§Ms-173
95v[3] &96r[1]
(Man könnte sich denken, daß Einer den Eindruck, gleichsam wie einen Traum, vor sich hin spricht, ohne das Pronomen der ersten Person.)
§Ms-173
96r[2]Beobachten ist nicht das gleiche wie betrachten, oder anblicken. “Betrachte diese Farbe & sag, woran sie Dich erinnert.” Ändert sich die Farbe, so betrachtest Du nicht mehr die, welche ich meinte. Man beobachtet, um zu sehen, was man nicht sähe, wenn man nicht beobachtet.
§Ms-173
96r[3] &96v[1]
Man sagt etwa: “Betrachte diese Farbe für einige Zeit”. Das tut man aber nicht, um mehr zu sehen, als man auf den ersten Blick gesehen hätte.
§Ms-173
96v[2]Könnte in einer “Psychologie” der Satz stehen: “Es gibt Menschen, welche sehen”? Nun, wäre das falsch? – Aber wem wird hier etwas mitgeteilt? (Und ich meine nicht nur: was mitgeteilt wird, sei schon längst bekannt.)
§Ms-173
96v[3]Ist mir bekannt, daß ich sehe?
§Ms-173
96v[4]Man könnte sagen wollen: Wenn es solche Menschen nicht gäbe, so auch den Begriff des Sehens nicht. – Aber könnten nicht Marsbewohner so etwas sagen? Sie haben etwa durch Zufall zuerst lauter Blinde bei uns kennen gelernt.
§Ms-173
97r[1]Und wie kann es unsinnig sein, zu sagen “Es gibt Menschen, welche sehen”, wenn es nicht unsinnig ist, zu sagen, es gibt Menschen, welche blind sind? Aber der Sinn des Satzes “Es gibt Menschen, welche sehen” d.h. seine mögliche Verwendung ist jedenfalls nicht sogleich klar.
§Ms-173
97r[2]Könnte das Sehen nicht Ausnahme sein? Aber beschreiben könnten es weder die Blinden, noch die Sehenden, es sei denn als Fähigkeit, das & das zu tun. Z.B. auch, gewisse Sprachspiele zu spielen; aber da muß man achtgeben, wie man diese Sprachspiele beschreibt.
§Ms-173
97r[3] &97v[1]
Sagt man: “Es gibt Menschen, welche sehen”. So folgt die Frage: “Und was ist ‘sehen’?” Und wie soll man sie beantworten? Indem man dem Fragenden den Gebrauch des Wortes “sehen” beibringt?
§Ms-173
97v[2]Wie wäre es mit dieser Erklärung: “Es gibt Menschen, die sich benehmen wie Du & ich, & nicht wie dieser da, der Blinde.”?
§Ms-173
97v[3]“Du kannst, mit offenen Augen, über die Straße gehen, ohne überfahren zu werden, etc.” Die Logik der Mitteilung.
§Ms-173
97v[4] &98r[1]
Damit, daß ein Satz von der Form einer Mitteilung eine Verwendung hat, ist noch nichts über die Art seiner Verwendung gesagt.
§Ms-173
98r[2]Kann der Psychologe mir mitteilen, was Sehen ist? Was nennt man “mitteilen, was Sehen ist”? Nicht der Psychologe lehrt mich den Gebrauch des Wortes “sehen”.
§Ms-173
98r[3]Wenn der Psychologe sagt: “Es gibt Menschen, welche sehen”, so können wir ihn fragen: “Und was nennst Du “Menschen, welche sehen””. Darauf wäre die Antwort von der Art “Menschen, die unter den & den Umständen so & so reagieren, sich so & so benehmen”. “sehen” wäre ein Fachwort des Psychologen, das er uns erklärt. Sehen ist dann etwas was er an den Menschen beobachtet hat.
§Ms-173
98v[1]Wir lernen die Ausdrücke “ich sehe …”, “er sieht …” etc. gebrauchen ehe wir zwischen Sehen & Blindheit unterscheiden lernen.
§Ms-173
98v[2]“Es gibt Menschen, welche reden können.”, “Ich kann einen Satz sagen.”, “Ich kann das Wort “Satz” aussprechen.”, “Wie Du siehst, bin ich wach.”, “Ich bin hier.”
§Ms-173
98v[3]Es gibt doch eine Belehrung darüber, unter welchen Umständen ein gewisser Satz eine Mitteilung sein kann. Wie soll ich diese Belehrung nennen?
§Ms-173
98v[4] &99r[1]
Kann man sagen, ich habe beobachtet, daß ich & Andre mit offenen Augen gehen können, ohne anzustoßen, & daß wir's mit geschlossenen Augen nicht können?
§Ms-173
99r[2]Wenn ich Einem mitteile, ich sei nicht blind, ist das eine Beobachtung? Ich kann ihn jedenfalls durch mein Benehmen davon überzeugen.
§Ms-173
99r[3]Ein Blinder könnte leicht herausfinden, ob auch ich blind sei; indem er z.B. eine bestimmte Handbewegung macht & mich fragt, was er getan hat.
§Ms-173
99r[4] &99v[1]
Können wir uns nicht einen blinden Volksstamm denken? Könnte er nicht unter besondern Bedingungen lebensfähig sein? Und könnte es nicht als Ausnahme Sehende geben.
§Ms-173
99v[2]Angenommen, ein Blinder sagte zu mir: “Du kannst gehen ohne irgendwo anzustoßen, ich kann es nicht” – wäre der erste Teil des Satzes eine Mitteilung?
§Ms-173
99v[3]Nun, er sagt mir nichts neues.
§Ms-173
99v[4] &BCr[1]
Es scheint Sätze zu geben, die den Charakter von Erfahrungssätzen haben, deren Wahrheit aber für mich unanfechtbar ist. D.h., wenn ich annehme, daß sie falsch sind, muß ich allen meinen Urteilen mißtrauen.
§Ms-173
BCr[2]Es gibt jedenfalls Irrtümer, die ich als gewöhnlich hinnehme, & solche, die andern Charakter haben & von meinen übrigen Urteilen als eine vorübergehende Verwirrung abgekapselt werden müssen. Aber gibt es nicht auch Übergänge zwischen diesen beiden.
§Ms-173
BCr[3]Wenn man den Begriff des Wissens in diese Untersuchung bringt so nützt das nichts; denn Wissen ist nicht ein psychologischer Zustand durch dessen Besonderheiten sich nun allerlei erklärt. Die besondere Logik des Begriffs “wissen” ist vielmehr nicht die des psychologischen Zustands.